Rien ne vas plus

Dieses Bild mag ich, ohne zu wissen warum. Vielleicht sind es die fröhlichen Gesichter?

Der Monsunregen beschränkt sich auf ca. 4 qm. Das gelingt ihm nur, wenn er aus dem Gartenschlauch kommen darf.

Das Blatt einer Bananenstaude wird daneben gehalten, damit die Mädels pladdernass werden konnten.

Die beiden Körbe sind Aalfallen. Ideales Spielgerät für kleine Mädchen.

Warum die Beiden im Wasser sitzen ist unklar. Mag sein, weil der Gartenschlauch so gut arbeitet. Im Vordergrund wächst Grünes, da wäre trockenes Sitzen möglich gewesen.

Und ich war schon angefasst, weil mir zu diesem Bild nichts einfallen will.

Monsunregen geht anders:

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Wer hat Dich, Du schöner Wald …..

Wer hat dich, du schöner Wald,
aufgebaut so hochda droben?
Wohl, dem Meister will loben,
solang noch mein Stimm‘ erschallt,
wohl, den Meister will ich loben,
solang noch mein Stimm‘ erschallt.
Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl,
lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl
du schöner Wald!
Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

Ich habe Kindheit und Jugend im Pfälzer Wald verbracht. Berge, Fels und Wald waren das zweite Wohnzimmer für uns Kinder, und das Volkslied vom schönen Wald lernten wir in der Schule. Es war im Repertoire aller örtlichen Chöre festgeschrieben, und wenn ich in mich gehe, höre ich noch immer die Melodie dieses Volkslieds klingen.

Und nun dies:

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Das Bild zeigt einen Baumbestand im Bayrischen Wald – die gleiche Szenerie kenne ich auch aus dem Harz. Wald stirbt auch in Malaysia und Indonesien für Palmöl, das sich dann im Schoko-Weihnachtsmann und in Duschgel wiederfindet, und Wald stirbt in den gesamten Tropen für teuere Möbel und billige Besenstiele.

Lebe wohl, lebe wohl, Du schöner Wald!

ps: Die EFSA (European Food Safety Authority) hat Anfang Mai 2016 vor den gesundheitlichen Risiken durch Palmöl gewarnt.

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Wenn Elfen helfen …..

Sitzen drei Schiffbrüchige auf einer unbewohnten Insel fest und warten bislang vergeblich auf Rettung. Irgendwann kam eine Elfe vorbei, und Mitleid ergriff sie. So verhandelte sie mit Melusine, einer der guten Feen, und Melusine besuchte die drei Männer, um jedem einen Wunsch zu erfüllen.

Der erste wünschte sich seine Rettung mit einem Bummel auf dem Berliner Kudamm. Wusch! Weg war er.

Der zweite erbat sich dasselbe, aber eine Landung in den Armen seiner Freundin. Wusch! Erledigt.

Der dritte klagte, er sei nun allein, und das wäre ihm zu langweilig. Er sagte: „Ich wünschte, meine beiden Kumpels wären wieder hier!“ Wusch! Weg war Melusine.

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Die Welten und ich

Nach nahezu acht Jahrzehnten Leben ist mir unsere Welt, die grosse, fremd geworden. Meine eigene, die kleine Welt ist mir dagegen wie stets vertraut. Aber sie hat viele Fenster. So kann mir der Zustand draussen nicht verborgen bleiben.

Ich suche in meinen Erinnerungen die grosse Welt, wie ich sie mochte, und finde sie. Mir wird bewusst, dass ich Veränderungen wahrgenommen, aber nicht gut verarbeitet habe. Familie und Job haben mich an die Gegenwart gefesselt, Vergangenes war einfach nicht relevant. Heute erkenne ich dies als Versäumnis. Die Kontinuität des Wandels habe ich ignoriert, und so erlebe ich heute beim Hinschauen gelegentlich einen kleinen Big Bang.

Das ist allerdings nur ein Teil meines Problems. Auch ich habe mich entlang meiner Lebenszeit verändert. Nein, klüger geworden bin ich nicht. Aber mein Blick hat sich geweitet. Mein Habitus hat sich vom Bild des Büromenschen zum Spät-Hippie gewandelt, und vom emsigen Hamster im Laufrad zum gelassenen Faulpelz.

Und hier liegt ein Problemchen offen auf dem Tapet. Ich bin mit der Gegenwart nicht mehr kompatibel.

Ein Beleg dafür: Vorhin las ich einen gewaltigen Aufsatz über den Nutzen von IOT, dem Internet of things, was „alles vernetzen“ meint. Da öffnet mir ein junger Mann die Augen für die Vernetzung meiner Lampen, so sie an der Decke hängen.  Im vernetzten Zustand könnte mir mein PC melden, wenn irgendwo eine Glühlampe ausgefallen ist. Ich allerdings konnte keine Begeisterung für diese Idee entwickeln. Meine Methode ist besser. Ich gucke nach oben, und wenn von dort Licht kommt, ist für mich alles schön. Old school?

Wie auch immer: Die Folgen meiner Unverträglichkeit mit der grossen Welt bewirkt, dass ich mich weiter in meine kleine Welt zurückziehe und nur noch gelegentlich aus dem Fenster schaue, um den Anschluss nicht komplett zu verpassen.

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Achtung!

Ich tue kund und zu wissen, dass ich zwei Beiträge gelöscht habe.

Nr. 1 – Meine Ansprache an Gott. Es könnte geschehen sein, dass ich mit meiner Lästerei irgendjemandes religiöse Gefühle verletzt habe – das täte mir leid. Ich bin als Atheist frei und pflege deshalb einen unbelasteten Umgang mit derartigen Themen.

Nr. 2 – Prominent sein. Vielflieger kennen das. Gelegentlich läuft ihnen irgendein Prominenter über den Weg. Man ist neugierig und schaut sich an, was da kommt. Und wenn der Spuk vorbei ist, bestätigt sich die Erfahrung erneut: Es sind keine normalen Menschen. Ich möchte sie nicht in meinem Haus sehen, diese Publikumslieblinge. Wäre ich BILD, dann würde ich jetzt mal richtig loslegen. Ist aber nicht mein Ding.

Ich habe diese Texte in die Tonne getreten, weil ich feststellen konnte, dass auch bei der 3. Präsentation kein Leser bereit war, sie auch nur mit einer Zange anzufassen.

War wohl ein Griff ins Klo. Shit happens.

nööö

Bekenntnisse eines Hochstaplers

Mich beschleicht neuerdings das Gefühl, ich sei ein Messi. Stop! Nicht so wie die aus dem Fernsehn. Du kannst in meine Höhle kommen und Dich gründlich umsehen – alles ist schön und ordentlich. Ich sollte sagen, dass ich fühle, als sei ich ein mentaler Messi. Anscheinend gibts das. Mein Kopf ist voller Gerümpel, mit dem ich nichts anfangen kann. Klartext: Es sind keine Ideen, die nur darauf lauern, ans Tageslicht und auf eine Tastatur gebracht zu werden. Es sind einfache, nutzlose Gedankensplitter. Falls Du Dir das nicht vorstellen kannst, so nimm die Wochenend-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit ca. 30 grossformatigen Seiten, und schiebe sie durch einen Schredder, der nicht nur längs schneidet, sondern auch quer schnipselt. Was Du dann im Kübel findest, sieht aus wie das Material in meinem Kopf. Oder umgekehrt. In meinem Kopf sieht es aus wie in diesem Kübel.

Dann kommt so ein inkompetenter Tüffel an und redet auf mich ein wie auf einen liebeskranken Grottenolm. „Schreib doch mal was richtig Lustiges!“ Oder schlimmer: „Schreib doch mal ein Buch! Du kannst das!“, usw.

In solcher Situation schnappe ich mir meinen Schnipselkübel und ziehe mich in mich selbst zurück. Ich schaue in hinein, rühre ein wenig im Papiernen, und brülle (in Gedanken) los: Ich kann das nicht! Man kann aus Scheisse keine Venus kneten! Verzieht Euch, Ihr Schattengestalten aus dem Tal der Ahnungslosen, und sauft mir nicht noch meine letzte Flasche Riesling weg! Während dieses Ausbruchs sitze ich auf meinem Stuhl, bin still, und zeige mein gequältes Grinsen. Und irgendwann ist die idiotische Ansage zu Ende. Das ist gewiss.

Dann glätte ich meine Stirn, ziehe meine Lefzen auf „Lächeln“ hoch, gehe ich zum Kühlschrank und hole meine letzte Flasche Riesling für meine Gäste.

Danach, im Bett fühle ich mich zunächst wie eine Nutte. Wieder schwach geworden um der Freundschaft willen! Aber längeres Nachdenken ergibt, dass es mein Fehler sein muss, wenn die Bagage ein falsches Bild von mir pflegt. Denn die Eitelkeit bewahrt den Menschen vor Ehrlichkeit. Anscheinend gilt das sogar für mich, auch wenn’s unmoralisch ist. Schäme Dich, Alter!

nachdenken

Schadensbericht

Es fehlt mir die pflegende Hand meiner Frau. Darum sieht er verkommen aus – der grosse gelbe Pott mit dieser Anthurie, die man aus mir schleierhaften Gründen auch Flamingoblume nennt. Es ist gottlob die Anthurium scherzerianum, das heisst auf Vernünftig „Kleine Anthurie“.

Und die ist nun abgewirtschaftet. Wie mit dem Lineal gezogen hat sie sich in der Mitte geteilt, und die linke Hälfte lag nun wie ein Putzlappen über dem Rand des Kübels, während die rechte Hälfte steht wie eine Kompanie Infanteristen.

Seit heute früh heisst dieses Wesen „Kleinste Anthurie“. Ich habe alles, was hing, mit einer Papierschere abgeschnitten. Und das ohne Handschuhe. Dabei ist das Luder durchgängig giftig! Alles an ihr, bis auf den Topf. Der sieht nur so aus in seinem dottergelben Outfit.

Ich stand wirklich mit meiner Ernte in der Hand herum und mein Kinderglaube, der besagt, dass alles was grün ist, gegessen werden kann, suggerierte mir, man könne  doch versuchen, etwas Spinat-ähnliches mit Spiegelei und Salzkartoffeln herzustellen. Wegen der Vitamine.

Langeweile breitet sich nun aus wie ein Erdrutsch. Wo ist hier der Gag?

:))) Es gibt keinen! Deshalb ist dieser Beitrag auch kein Sauglattismus! Grüezi mitanand!

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