Voll daneben!

Wäre mein Name Roland von Goethe, und würde ich die Sprache der Romantik beherrschen – ein Essay über den Hosenknopf wäre eine literarische Sensation. Statt dessen mühe ich mich mit Ausdrucksformen der Moderne, und heisse auch noch Risch. Folglich hänge ich um des Hosenknopfs Willen in diesem offensichtlichen No-go-Thema fest wie eine Fliege im Spinnennetz.

Es geschieht, was geschen muss. Beim Überlegen, wie ich den Hosenknopf zu fassen kriege, schlafe ich ein. Hänge in meinem Schreibtischsessel wie ein Schluck Spucke in der Kurve, mit weit geöffnetem Mund, eigentlich einer Wasserleiche nicht unähnlich, und erwache erst, als ich zu frieren beginne, mit einem ersten Gedanken und erschreckt ob der Erkenntnis, dass zum einen der Sommer vorbei scheint, und ich zum anderen keine Idee haben, was ich über einen Hosenknopf schreiben könnte. Zudem flüstert mir meine Lebenserfahrung, dass der Schlaf am Schreibtisch weder erfrischt noch die Phantasie beflügelt, wie so viele Mitglieder des Beamtenstands täglich mit galligem Auftritt gegenüber Bürgern belegen.

Es ist doch so: Wenn man sich …… rutscht mir doch den Buckel runter! Ich will nicht, und ich kann nicht! Ich mach‘ Feierabend. Denkt doch selbst über den Hosenknopf nach, wenn Euch das Thema so brennend interessiert! Ich bin doch nicht Euer Pausen-Clown!

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About: Salm ….. et al

Was für ein Tag! Vor einer halben Stunde bin ich von einem Besuch bei meiner Frau zurückgekehrt und habe mir umgehend Gulasch mit Nudeln von REWE in der Mikrowelle  erhitzt. Nun ist das Zeug entsorgt, ich habe 30° C in meinem Büro und eine existentielle Frage im Kopf kreisen. Die geht so: „Wie schafft es ein Koch, eine Gulaschsosse ohne Geschmack zuzubereiten?“ Ich meine, man sollte wenigstens den Spüllappen herausschmecken, aber nichts da! Nicht mal das! Nun haben die Ratten im Kanalsystem das Problem mit dieser Frage. Und mich beschäftigt eine neue.

Habe ich sie, oder habe ich sie nicht? Die Salmonellen? Es ist nämlich so, dass mir Salmoniden lieber sind als Salmonellen. Der Salm wiederum kann mir gestohlen bleiben, es sei denn, er ist geräuchert und gescheibelt. Salmonellen sind natürlich geschmacksneutral und deshalb passen sie so hervorragend in ebensolche Gulaschsossen. Da geht nichts kaputt, ausser dem Deppen, der das Gulasch gegessen hat.

Nun sitze ich, und schwitze. 32° C drinnen. Es tropft. Ich weiss nicht, ob ich Fett abschmelze  oder einfach Wasser an Stellen ausscheide, wo sich kein Wasser befinden dürfte. Ich warte gespannt auf das Trocknen. Wenn Flecken auf meiner Cargo-Büx nachbleiben, war’s Fett. So etwas wie Schweineschmalz. Aber ohne Grieben und Zwiebelchen. Leider.

Salm geräuchert auf Toast, dazu ein Schlückchen Salmiakgeist und eine intime Lesung aus Salman Rushdie’s Satanischen Versen, und der Tag wäre gerettet. Eine gut gekühlte Salmorejo cordobés wäre auch nicht verkehrt. (Sprich: Salmorecho) Und vergiss die Gazpacho!

Das folgende Rezept soll für den obigen Beitrag entschädigen!

Salmorejo

Zutaten

Für 4 Portionen
  • 275 g Baguette, vom Vortag
  • 5 El Sherry-Essig
  • 150 ml Olivenöl
  • 1 rote Paprikaschote, 250 g
  • 750 g reife Tomaten
  • 50 g Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 El Agavendicksaft, Bio-Laden
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 Eier , Kl.M
  • 30 g Mandelblättchen
  • 80 g Chorizo, spanische Paprikawurst
  • 10 Stiele Koriandergrün
Zubereitung
  • Brot entrinden, würfeln und in eine flache Schale geben. 100 ml kaltes Wasser, Sherry-Essig und 100 ml Öl verquirlen und über die Brotwürfel geben. 30 Minuten einweichen lassen.
  • Paprikaschote vierteln, entkernen und flach drücken. Mit der Hautseite nach oben auf ein mit Alufolie belegtes Backblech legen. Unter dem heißen Backofengrill rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Mit feuchtem Küchenpapier abdecken und abkühlen lassen. Den Stielansatz der Tomaten keilförmig herausschneiden. Tomaten grob würfeln, Paprika häuten und grob würfeln.
  • Schalotten fein würfeln, Knoblauch hacken. Beides in kochendem Wasser 20 Sekunden blanchieren, in ein Sieb gießen, abschrecken und sehr gut abtropfen lassen. Brot mit Einweichflüssigkeit, Tomaten, Paprika, Schalotten, Knoblauch, Agavendicksaft und 100 ml kaltem Wasser im Mixer sehr fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, und 1 Stunde kalt stellen.
  • Eier in 10 Minuten hart kochen, abschrecken, schälen und würfeln. Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Chorizo in Scheiben schneiden, diese quer halbieren und in 1/2 cm breite Streifen schneiden. Korianderblätter abzupfen. Suppe durchrühren. Mit Ei, Mandelblättchen, Chorizo, Koriander und restlichem Öl anrichten.

Ich gestehe: Besseres will mir nicht einfallen. Also schreibe ich so etwas. Es wird  heute wieder nix mit dem Pulitzer-Preis. Na gut, dann ein andermal.

salmorejo